Carrera Exclusiv/Racegold Tuning:

 

Die gute alte Carrera Lexan Klasse erfreut sich nach einer Reglements Änderung im Norden wieder sehr großer Beliebtheit.

Durch den guten Kontakt zu anderen Slotracern übers Internet und durch diverse Besuche bei Rennen, werden nach dem neuen Reglement auch in den anderen teilen Deutschland Autos gebaut.

Grund genug nun mehr was über das Feintuning für diese Klasse zu schreiben.

Doch vorher noch was über den Werdegang des seit Anfang 2000 gültigen Regelwerk.

Zwei Dinge störten immer wieder wenn man sich die Carrera Autos ansah, zu einem nahmen immer mehr Teilnehmer Betta oder andere Flexika Karosserien und zum anderen wurden die Rennen meißt von denen gwonnen, die die „besten“ Hinterachslager und das beste Reifenschmiermittel hatten.

Das verwenden von Reifenschmiermittel hatte sich mit Einführung der „Wieselflinken“ Reifen zum Glück erledigt da bei diesen Reifen nur noch das Abrollen mit doppelseitigem Klebeband notwendig ist.

Die Flexika Karosserien wurden beim neuen Regelwerk verboten wobei man die max. Karosserie breite gleich auf 83mm beschränkte.

Niemand wird jedoch verscheucht wenn er mal mit einer breiteren Karosserie ankommt, wie z.B der 917/20(Sau) von White Point da es hier nur darum ging unreale Karosserien zu verbannen. Damit alle Teilnehmer gleiche Chancen haben wurde die Spurweite auf 77mm begrenzt.

Jeder der mal ein Carrera gebaut hat, weiß wie viel Spiel die Hinterachslager haben.

Dies war immer wieder eine Möglichkeit zum manipulieren da der „Erfolg“ hier sehr vielversprechend ist.

4 Beispiele werden hier mal genannt , nicht zum Nachahmen sondern um zu zeigen das es besser ist gleich Bronzelager einzubauen die mit 2DM nicht teuer sind.

 

Beispiel 1:   Die Nylonlager werden von innen 4mm angebohrt, dann wird eine Messingachsdistanz von Plafit eingeklebt.

Beispiel 2:   Von Innen klebt man ein Bronzelager mit Sekundenkleber gegen das Nylonlager, danach mit einer 3mm Reibahle aufahlen.

Beispiel 3:   Nylonlager mit einer konischen- oder 1/8 Zoll-Reibahle aufahlen, dann 1/8 Zoll Achsen verwenden, z.B mit Cox Achsen und Felgen.

Beispiel 4:   Dieses verdient besonders viel „Bewunderung“, denn dieses mit fast schon krimineller Phantasie entwickelte verfahren ist im Gegensatz zu den anderen schwer festzustellen.

Das Lager wird mit Flüssig Metall(z.B Loctide ), dieses flüssig Metall hat übrigens die gleiche Farbe wie das Lager!

Nach dem Aushärten wird es mit einem 2,8mm Bohrer aufgebohrt Anschließend 3mm aufgeahlt. Fertig ist das pervekte Lager!

 

Von andere weiß man das sie sich für den Oldie GP in Mettmann 30 Carrera Lager kauften um die Zwei mit dem wenigsten Spiel heraus zu filtern.

 

Um solchen Manipulationen einen Riegel vorzuschieben und Hamsterkäufe von Lagern zu unterbinden haben wir die Bronzelager freigegeben.

Das diese verbesserte Lagerung etwas bringt zeigen die in Hamburg um 7/10 schnellere Rundenzeiten , außerdem vermittelt das besser liegende Auto wesentlich mehr Fahrspaß.

Da es nun gerade für neue Clubmitglieder immer schwerer wird Carrera Schwingarm Chassis zu kriegen wurden Racegold Chassis zugelassen.

Fahrtest und eine Rennsaison in Hamburg, Kiel und Hude haben gezeigt das der unterschied zwischen beiden Chassis in den Rundenzeiten gen Null geht.

Da bei Racegold ein Kunstoffzahnrad vorhanden ist darf dieses selbstverständlich auch bei Carrera verwendet werden.

Als Motoren dürfen nur der Carrera und der Racegold Standart Motor eingebaut werden.

Auch die Übersetzung bleibt mit 20/44 gleich.

 

Doch nun zu den kleinen Tuningtips:

Angefangen beim Carrera Exclusiv Chassis:

Leider sind die Meisten Chassis etwas schief, wenn man von vorne schaut ist das Chassis links vorne hochgebogen.

Einige begradigen dies mit Hilfe von heißem Wasser. Ich hatte immer das Gefühl nicht den erwünschten Effekt zu erzielen, deswegen schleifte ich früher die Räder in einem unterschiedlichen Druchmesser. Heute mache ich die Räder gleich groß und oh wunder das Auto fährt genauso schnell und sicher wie eines wo beide Räder Kontakt haben!

Doch dafür es ist zu empfehlen den Motor etwas tiefer zu legen, dies hat weniger den Sinn der Schwerpunkt Verlagerung sondern viel mehr den, das zu kleine Getriebespiel zu vergrößern.

Mit einer Bastelmesser wird das Chassis in den Rundungen wo der Motor drinnen liegt etwas ausgeschnitzt. Auch die Einkerbungen für die Motoranschlüsse sind etwas zu vertiefen.

Auf den Motor sollte man je nach Menge der Tieferlegung 0.5-1.5mm Ploystrol legen, damit dieser nach Montage des Motorhalters nicht wackelt.

Nun zum Einbau der Bronzelager:

Hier eignen sich die handelsüblichen Bronzelager wie sie auch bei Plafit, Sakatsu oder White Point Verwendung finden.

Der Außenbund des Lagers ist mit einer Feile an einer Stelle plan zu schleifen.

Diese plane Stelle soll nachher oben sein. Hier liegt der Motorhalter drauf.

Hat man diese obere Stelle plan geschliffen ist das Lager an den Seiten ebenfalls Plan zu schleifen damit es in das Carrera Chassis paßt.

Man erhält also ein U-Förmiges Bronze Lager.

Die beiden Lager werden mit 2k –Kleber oder Pattex Stabelit eingeklebt, während des klebens sollte man sie mit einer Achse zueinander ausrichten.

Vorne wird ebenso verfahren wobei man die Lager nur an ein den Seiten abfeilen braucht. Hat man eine Karosserie gewählt die nicht genau im Achsabstand paßt können hier natürlich die Lager auch Variabel eingeklebt werden.

Nun zum Schwingarm, hier ist die beigefügte Achse zu dünn, was zur folge hat das der Schwingarm zur Seite Spiel hat.

Hier schafft eine 3/32 Achse Abhilfe, auf das entsprechende Maß gekürzt müssen die Schwingarm Bohrungen mit ihr noch ein wenig größer gemacht werden.

Dazu wird die Achse in den Schwingarm rein gesteckte Achse an eine Bohrmaschine geschlossen .Mit dieser werden die Bohrungen nun aufgeahlt in dem man 1s volle Drehzahl gibt.

Anschließend wird der Schwingarm ins Chassis gebaut, dies natürlich bevor der Motorhalter montiert wird.

Die Achse liegt nun fest in einer der drei Kerbenpaare im Chassis. Wenn es die Karosserie erlaubt sollte der Schwingarm, auch beim Racegold, möglichst weit vorne eingesetzt werden.

Dies waren auch schon die Carrera Spezifischen Dinge, alles folgende gilt für beide Chassis bzw. wird besonders erwähnt.

Das einkleben der Lager im Racegold ist mit dem schon beschriebenen verfahren identisch, allerdings brauchen die Lager nicht passend gefeilt werden.

Geht nach dem Aushärten des Klebers die Achse im Lager zu schwer können die Lager mit einer 3mm Ahle nachträglich etwas aufgeahlt wedern.

Die Feder für die Chassis Schwingarme stelle ich so ein das sie den Schwingarm in einer gewissen Position oben halten. Ansonsten fliegen die vorne sehr leichten Carrera/Racegold Chassis beim Beschleunigen schnelll aus der Spur.

Den Leitkiel sollte man bei beiden Chassis mit einem Stellring oder einer M5 Mutter befestigen. Eine Messingscheibe oder zurecht geschnittenes Stück Blei unter der Mutter sorgt für den nötigen Druck auf den Leitkiel.

Nun haben wir leider den Makel des Racegold Chassis welches insgesamt aus etwas zu weichem Material besteht, denn der sehr weiche Racegold Leitkiel nutzt sehr stark ab. Wenn vorhanden sollte man auch beim Racegold auf den Carrera Leitkiel zurückgreifen.

Beide Leitkiele sollten mit einem Gummiband versehen sein damit sie immer wieder in Geradeausstellung zurückgehen.

Als Motorkabel sollte man 0,25mm2 hochflexibel verwenden, diese beim Racegold beiliegenden Kabel eignen sich hervorragend und sind auch im Slot Fachhandel zu .

Die Schleifer sollten am ende noch ein wenig ausgebürstet werden um besten Kontakt zu gewährleisten, auch hier ist von irgend welchen Mittelchen nicht viel zu halten, das ausbürsten mit einer Drahtbürste genügt vollkommen.

Generell benötigen die Autos in dieser Klasse nur ein wenig Öl an Achslagern und Motorlagern.

Beim Getriebe ist 20/44 ja vorgeschrieben, die Zahnräder sind auf den Motoren auch meist drauf, als Zahnrad sollte man das Kunstoffzahnrad von Racegold wählen dies wird einfach auf die Achse gepreßt was hohen Kraftaufwand fordert aber sehr gut hält. Das Fertige Getriebe sollte man mit ein wenig Zahnpasta bei ca.5V einlaufen lassen.

Nun zu den Rädern:

Am besten eignen sich Alufelgen mit 15-17mm Innendruchmesser breite vorne min. 5mm und hinten max 13mm.

Vorne werden Standard Gummireifen mit Magic Glue auf die Felgen geklebt.

Nachdem härten werden die Reifen am besten mit einer Reifendrehbank(ab 100DM) rundgeschliffen. Als Durchmesser eignet sich 25mm hervorragend, beim Schleifen sollte man nicht die Flanken der Reifen vernachlässigen. Diese werden erst mit einem Bastelmesser abgestochen und dann mit einer Schlüsselfeile feingeschliffen.

Als Hinterreifen haben sich mittlerweile die wieselflinken Reifen von M.Ortmann oder dem „erfinder“ Stephan Wiesel durchgesetzt.

Die auch im damaligen COL Reifentest gut abgeschnittenen Reifen gibt es in 2 Dutzend ausführungen incl. schöner Beschriftungen.

Die Reifen haben auch auf leicht staubigen Bahnen eine gute Haftung und lassen sich sehr gut schleifen.

Die schönen Beschriftungen hätten sich die Jungs aber sparen können das wichtigste an diesem relativ schweren Reifen ist neben der runden Lauffläche eine Kante ohne Unwucht.

Diese Reifen werden über die Felge gesteckt ,anschließend an mehreren Stelen von der Felge wieder abgehoben, dann wird Sekundenkleber mit einem Zahnstocher in die Lücke zwischen Reifen und Felgen aufgetragen.

Dies wiederholt sich rund herum Innen und Außen an dem Rad.

Anschließend werden die Reifen auf einer Reifenschleifmaschine mit einem Bastelmesser an beiden Seiten abgestochen und zwar so , daß sie rechts und links 1mm über die Felge stehen.

Nun wird die Lauffläche auf ca.27.5mm(je nach Radkasten auch kleiner) abgedreht

Dann werden mit einer flachen Schlüsselfeile die Kanten und die Flanken geschliffen.

Die Kanten werden leicht verrundet.

Durch die harte Schlüsselfeile ist deutlich die Unwucht des Rades zu spüren, also werden die Flanken so lange geschliffen bis diese Unwucht weg ist.

Mit einem Schmirgelpapier ist diese Unwucht nicht zu spüren des wegen ist die Feile vorzuziehen.

Die fertigen Räder können nun aufs Chassis montiert werden. Bei uns ist als maximale Spurweite 77mm vorbeschrieben und die Reifenbreite hinten darf 13mm nicht überschreiten.

Grund hierfür ist eine größere Typenvielfalt herbeizuführen, denn die meisten Lexanbodys messen 72-77mm in der breite und mit 13mm breiten Reifen ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Autos, gerade im häufigen Bereich zwischen 74-77mm ,klein da die breiteren Autos ihren Vorteil nur dann ausspielen könnten, wenn sie auch breitere Reifen hätten.

Felgen sollten dann noch mit Felgeneinsätzen versehen werden hierzu eignen sich Bauer, Phönix ,Mini Exotics oder White Point Einsätze.

Reifenbeschriftungen von Cady geben den Reifen den letzten Optischen Schliff.

Über Karosserie Bemalung wurde schon öfters berichtet deswegen wird hier nur die befestigung der Karosserie beschrieben.

Hierfür eignen sich Messingrörchen und Nadeln am besten.

Für die Messingröhrchen sind Löcher in die Seiten der Chassis zu Bohren jeweils zwei pro Seite.

Die Löcher sollte man auch bis zur nächsten Wand durchbohren bzw. bei Racegold auch in den Vorderachsträger da dieser sonst bei einem Crash sich nach hinten verschieben könnte. Wenn man die Schrauben für diesen Träger so fest anzieht das ein Verschieben des Trägers nicht mehr möglich ist verzieht sich leider das Chassis

Bei den Maßen halte ich es immer mit 5 von unten und von der Seite, das heißt die Löcher werden 5mm von unten und jeweils 5mm von der jeweiligen Seite(vorne oder hinten)gebohrt.

Hält man sich an einen solchen Standard kann man eine Karosserie auf mehrere Chassis montieren. Die Röhrchen sind mit 2k oder Pattex Stabelit einzukleben, in die Karosserie werden passend Löcher gebohrt und dies dann mit einer leicht gebogenen Nadel am Chassis befestigt.

Nun ist das Auto wie auf den Bildern zu sehen auch schon fertig und dem Rennspaß und dem Sportlichen Vergleich mit anderen steht nichts mehr im Wege.

Vor dem ersten Rollout sollte der geölte Motor

Zum Schluß noch eine Anregung an Racegold die ein hervorragendes und preisgünstiges Chassis gebaut haben:

Etwas härteres Material nehmen vor allem beim Leitkiel und bitte ein Chassis Set mit Standard Motor 20/44 Übersetzung und ohne Räder rausbringen.

 

Anbei noch eine Stückliste mit welchen Teilen am besten Konkurenz fähige und im Detail sehr schöne Autos gebaut werden können.